Volker Sigg - Männercoach - Mamakind

Ich war ein Mamakind! Und das hat mir irgendwann das Herz gebrochen.

Ja, meine Mama war als kleines Kinder super wichtig für mich .
Ich hab super gern mit ihr geschmust und hab sie echt geliebt.
Ich kann mich noch immer gut an Szenen erinnern, in denen ich auf ihr auf der Couch gelegen bin und ich ihr gesagt hab, wie lieb ich sie habe.
Wir hatten ein echt inniges und tiefes Verhältnis.
Für alle Männer ist die Mama die erste Liebe und es ist hart, wenn diese Beziehung Risse bekommt.
Bei mir war es so, dass meine Eltern schon sehr früh sehr zerstritten waren.
Dieser Streit und die (aus meiner Sicht) Gemeinheit meiner Mutter gegenüber meinem Vater hat mich echt mitgenommen.
Für mich waren Familienfeiertage wie Ostern und Weihnachten nur schwer auszuhalten.
Nur wenn wir nicht nur unter uns waren, war ich entspannt, da sonst sofort die Streitereien los gingen.
Ich bin Einzelkind und hatte daher auch keine Geschwister mit denen ich mich austauschen konnte.
Dazu kam, daß sich meine Mama irgendwann dann selbst irgendwie emotional aus der Familie verabschiedet hatte.
Sie war irgendwie nicht mehr greifbar für mich.
Hat sich emotional und auch geistig aus der Familie rausgenommen.
Jahrelang hatte ich den Eindruck, das Fernsehprogramm sei wichtiger als ich.Die Streitereien meiner Eltern, die vermeintlichen Gemeinheiten meiner Mama gegenüber meinem Papa und die gefühlte Ignoranz und Gleichgültigkeit meiner Mama haben dazu geführt, dass ich mein Herz einfach verschlossen habe.
Das war meine Überlebensstrategie.
Ich wollte den Schmerz nicht spüren.
Ihn nicht an mich ranlassen.
So habe ich mir eine echte Mauer ums Herz aufgebaut.
Diese Mauer hat wenig reingelassen und auch wenig raus.
Die gute Seite ist:
Ich bin reslient – ich kann viel ab.
Die weniger gute Seite ist:
Mir fällt es oft schwer mich fremden Menschen voll anzuvertrauen und mein Herz voll zu öffnen. Und ich beziehe negative Worte und Schwingungen schnell auf mich .
Dadurch ziehe ich mich zurück und wirke eigenbrötlerisch und still.
Dieser innere Prozess ist mir erst in den letzten Jahren bewusst geworden.
Ich hatte immer diese Mauer ums Herz, aber es war mir nicht klar woher sie kam.
Erst als ich begann das Verhältnis zu meiner Mutter zu klären, ist etwas in Bewegung gekommen.
Bei dem Gespräch mit meiner Mutter wusste ich noch nicht was ich damit alles auflöse.
Wo die Reise hingeht.
Was es mit mir macht.
Und was es mir klar macht.
Erst mit knapp 36 Jahren bin ich wieder aktiv auf sie zugegangen und konnte Dinge mit ihr ansprechen.
Es hat mir Angst gemacht zuerst.
Ich musste meinen Stolz und meine Selbstgerechtigkeit aufgeben.
Aber es hat sich gelohnt.
Mein Herz ist offener und freier geworden.
Ich bin immer noch sensibel, aber beziehe nicht alles Gesagte gleich negativ auf mich.Es lohnt sich für die Beziehung zu deiner Mutter (und natürlich auch zu deinem Vater) die EIGENVERANTWORTUNG zu übernehmen!
Schwäche zu zeigen und sich verletzbar zu machen ist die eigentliche Stärke!